Wer die Ringe fürs Leben kauft, bekommt Zutritt zu einer ganz neuen Welt. Einer Welt, in der Wörter wie Bombierung, Pavéfassung oder Rhodinierung ganz selbstverständlich zum Einsatz kommen. Aber keine Sorge: Unser kleiner Übersetzer hilft euch dabei, die wichtigsten Begriffe besser einzuordnen.
Die Grundlagen
Legierung
Für die Schmuckherstellung wird Feingold nur selten in seiner reinen Form verwendet, da es sehr weich und damit anfällig für Kratzer und Verformungen ist. Durch die Verbindung mit anderen Metallen wie Silber, Kupfer oder Palladium entstehen Legierungen, die dem Material mehr Härte verleihen und zugleich die Farbgebung beeinflussen. So entstehen etwa klassisches Gelbgold, modernes Weißgold oder warm schimmerndes Roségold.
Feingehalt
Die Zahlen 333, 585 oder 750 begegnen nahezu jedem Brautpaar beim Trauringkauf. Sie geben an, wie hoch der Anteil des reinen Edelmetalls in einer Legierung ist. Der Feingehalt wird in Tausendsteln angegeben und ist ein wichtiger Hinweis auf Materialzusammensetzung und Wertigkeit des Rings.
333 Gold = 33,3 % Feingold
585 Gold = 58,5 % Feingold
750 Gold = 75 % Feingold
Platin 950 = 95 % reines Platin
Punzierung
Die kleine Prägung auf der Innenseite eines Rings weist den Feingehalt sowie den Hersteller aus.
Rhodinierung
Vor allem Weißgoldringe werden häufig mit Rhodium veredelt. Die Beschichtung sorgt für einen helleren, silbrigen Ton und schützt die Oberfläche zusätzlich. Sie kann sich mit der Zeit abnutzen, lässt sich aber beim Juwelier auffrischen.
Rund um die Ringschiene
Bombierung
Gemeint ist die Wölbung der Ringschiene – ein Detail, das man oft eher spürt als sieht. Innen sorgt sie dafür, dass der Ring weicher am Finger liegt und sich leichter an- und abstreifen lässt. Außen prägt sie vor allem die Silhouette: von flach und modern bis sanft gerundet und klassisch. Gerade bei breiteren Trauringen macht eine gute Innenform im Alltag einen spürbaren Unterschied.
Ringprofil
Der Begriff beschreibt den Querschnitt der Ringschiene und damit ihre Form. Ob flach, leicht gewölbt oder stark bombiert: Das Profil beeinflusst sowohl die Optik als auch das Tragegefühl. Die Bombierung ist dabei ein Bestandteil des Ringprofils.
Finish
Gemeint ist die Oberflächenbearbeitung des Rings. Sie entscheidet mit darüber, ob ein Modell glänzend, zurückhaltend oder bewusst handwerklich wirkt. Möglich sind zum Beispiel hochglanzpolierte, mattierte, gebürstete, gehämmerte oder sandgestrahlte Varianten. Je nach Struktur verändert sich die Oberfläche im Alltag unterschiedlich schnell.
Millgriff
Auch Millegrain oder Perlierung genannt: Dabei wird die Ringschiene mit vielen winzigen, perlenartigen Erhebungen verziert. Das feine Detail erinnert an antiken Schmuck und passt besonders gut zu Vintage-inspirierten Designs.
Fuge
Eine feine Einkerbung in der Ringschiene, die häufig als gestalterisches Element eingesetzt wird. Sie kann unterschiedliche Materialien oder Oberflächen sauber voneinander abgrenzen und verleiht dem Ring zusätzlich optische Tiefe und Struktur.
Die Sprache der Diamanten
Fassung
Sie beschreibt, wie Diamanten oder Edelsteine im Ring gehalten werden. Neben der Optik beeinflusst die Fassart auch das Funkeln der eingearbeiteten Steine und Alltagstauglichkeit.
Krappenfassung
Der Stein wird von kleinen Krallen gehalten und kann besonders intensiv funkeln.
Pavéfassung
Viele kleine Diamanten sitzen dicht nebeneinander.
Kanalfassung
Mehrere Steine werden bündig in die Ringschiene eingelassen.
Halo-Fassung
Ein größerer Diamant wird von kleineren Steinen umrahmt.
Zargenfassung
Ein Metallrand schützt den Stein besonders gut.
Karat
Karat kann zweierlei bedeuten: Bei Diamanten beschreibt die Einheit das Gewicht des geschliffenen Steins – 1 Karat (abgekürzt „ct“) entspricht 0,2 Gramm. Wichtig ist die Differenzierung zum Karat als Maßeinheit für den Feingehalt von Gold. 24 Karat entsprechen reinem Gold, 18 Karat einem Goldanteil von 18/24, also 75 Prozent. Das entspricht der bei uns gebräuchlichen Angabe Gold 750.
Sternenhimmel
Viele kleine Diamanten werden scheinbar zufällig auf der Ringschiene verteilt – wie Sterne am Nachthimmel.
Lab Grown Diamonds
Im Labor gezüchtete Diamanten sind chemisch, optisch und physikalisch identisch mit natürlichen Diamanten. Für viele Paare spielen sie aufgrund ihrer Herkunft und des meist günstigeren Preises inzwischen eine interessante Alternative, gelten jedoch aufgrund des wachsenden Angebots als weniger wertstabil.
Individuell bis ins Detail
3D-Ringkonfigurator
Ein Online-Tool, mit dem sich Trauringe Schritt für Schritt nach den eigenen Wünschen gestalten lassen. Viele Konfiguratoren speichern die Auswahl, sodass sie später beim Juwelier weiter vertieft werden kann.
Virtual Try-On
Die virtuelle Anprobe ermöglicht es, verschiedene Trauringe mithilfe der Smartphone-Kamera oder eines Fotos digital am eigenen Finger zu testen. So bekommt ihr schon vor dem Besuch beim Juwelier einen ersten Eindruck von Form und Proportionen.
Gravur
Sie verleiht Trauringen eine ganz persönliche Bedeutung. Möglich sind klassische Laser- oder Diamantgravuren mit Namen und Hochzeitsdatum, aber auch Handschriften, Fingerabdrücke, Koordinaten oder kleine Symbole, die eure gemeinsame Geschichte erzählen.
Vorsteckring
Auch als Beisteck- oder Memoire-Ring bekannt: Oft mit funkelnden Diamanten besetzt, wird er direkt neben dem Ehering getragen und ergänzt ihn zu einem harmonischen Ringset.
Triset
Ein perfekt aufeinander abgestimmtes Dreier-Set aus zwei Eheringen und einem zusätzlichen Vorsteck- oder Memoirering.
Stacking
So bezeichnet man das Kombinieren mehrerer schmaler Ringe an einem Finger. Neben Vorsteck- oder Memoireringen werden dabei häufig auch Verlobungs- und Ehering zu einem individuellen Ring-Stack getragen.
Matching Rings
So werden Trauringe bezeichnet, die optisch miteinander harmonieren, ohne identisch zu sein. Unterschiedliche Ringbreiten, Oberflächen oder Materialien sorgen für einen individuellen Look mit gemeinsamer Designsprache.
Diese fünf Fragen solltet Ihr beim Juwelier unbedingt stellen
✓ Welches Material passt zu unserem Alltag?
✓ Welche Oberfläche ist besonders pflegeleicht?
✓ Lassen sich die Ringe später in der Größe ändern?
✓ Wie oft sollte eine Aufarbeitung erfolgen?
✓ Welche Individualisierungsmöglichkeiten gibt es?